gestern hat sie nicht nur sich selbst, sondern das ganze haus geduscht.
wie die menschen das machen, weiß ich nicht. aber plötzlich prasselte von himmelhoch oben entsetzlich viel wasser herab. die wolken waren dunkelgrau und draußen war alles im nu pitschnass.
obendrein hat sie in der ferne auch noch so ein grell donnerndes blitzlicht eingeschaltet. schlimmer als das von ihrer kamera.
das war mir nicht geheuer! ich hatte große angst, dass das wasser mit gebrüll in meine wohnung kommt! schneller als ein mensch „donnerwetter“ sagen kann, habe ich mich daher in sicherheit gebracht.
mo jour scheint sich einen spaß mit mir zu machen. als ich zitternd unterm sofa lag, schaute sie mich grinsend an, saß dabei ganz entspannt an ihrer klapperkiste und machte überhaupt keine anstalten, sich irgendwo zu verstecken. sie hat noch nicht einmal die balkontüre geschlossen!
„was hast du denn, mein äuglein? das ist doch nur ein gewitter. das bleibt draußen und tut uns hier drinnen nichts.“
aha. ich blieb doch lieber unterm sofa. vorsichtshalber. hätte ja sein können, dass uns der himmel doch noch auf den kopf fällt. die menschen wissen auch nicht alles.
später hörte ich sie dem telefon erzählen: „sie versteht jedes wort, das ich sage. aber sie glaubt mir nicht alles.“
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