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gewitter

im allgemeinen bin ich sehr zufrieden mit meiner zweitwohnung hier bei mo jour. die meiste zeit ist es ziemlich ruhig. aber manchmal, dann macht sie echt komische sachen.


gestern hat sie nicht nur sich selbst, sondern das ganze haus geduscht.

wie die menschen das machen, weiß ich nicht. aber plötzlich prasselte von himmelhoch oben entsetzlich viel wasser herab. die wolken waren dunkelgrau und draußen war alles im nu pitschnass.

obendrein hat sie in der ferne auch noch so ein grell donnerndes blitzlicht eingeschaltet. schlimmer als das von ihrer kamera.

das war mir nicht geheuer! ich hatte große angst, dass das wasser mit gebrüll in meine wohnung kommt! schneller als ein mensch „donnerwetter“ sagen kann, habe ich mich daher in sicherheit gebracht.

mo jour scheint sich einen spaß mit mir zu machen. als ich zitternd unterm sofa lag, schaute sie mich grinsend an, saß dabei ganz entspannt an ihrer klapperkiste und machte überhaupt keine anstalten, sich irgendwo zu verstecken. sie hat noch nicht einmal die balkontüre geschlossen!

„was hast du denn, mein äuglein? das ist doch nur ein gewitter. das bleibt draußen und tut uns hier drinnen nichts.“

aha. ich blieb doch lieber unterm sofa. vorsichtshalber. hätte ja sein können, dass uns der himmel doch noch auf den kopf fällt. die menschen wissen auch nicht alles.

später hörte ich sie dem telefon erzählen: „sie versteht jedes wort, das ich sage. aber sie glaubt mir nicht alles.“


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katze auf der erbse

wenn ich mal richtig gut schlafen will, ist es wichtig, dass mich in meinen träumen nicht die kleinste unebenheit stört.



dann kann ich mich nicht einfach immer nur auf den teppich legen. da pieksen ja die krümel!

deswegen habe ich vor kurzem diesen wunderbaren katzenkissenturm auf meinem sofa installieren lassen. da liege ich weich, da schlafe ich gut.

das ist ein ganz wunderbarer vorläufiger lieblingsplatz!

nur neulich mal, da hat mich irgend etwas hart gedrückt. das war ganz entsetzlich! ich konnte kaum mein auge zu tun. an schlafen war gar nicht erst zu denken! überall hatte ich blaue flecken.

ich bin sicher, da hat die hütefrau mir heimlich ein brekki unters unterste kissen gelegt, um zu testen, ob ich auch wirklich eine echte katzengöttin bin.


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per du

zu meinen unschlagbaren vorläufigen lieblingsplätzen gehören die oberschenkel der hütefrau. da lungere ich gerne, schnurre laut und haue ihr vor vergnügen die krallen in die cellulite. dann qietscht sie. auch vor vergnügen natürlich.


die oberschenkelsause gibt es in zwei varianten:

erstens: wenn ich ihr mal mein catbook leihe. sie stellt das in ihrem büro auf den großen tisch und setzt sich auf den stuhl davor. ich hüpse sofort - aus dem stand! - erstmal auf den schreibtisch und schaue was sie macht. dann steige ich ab auf ihre oberschenkel und mache es mir gemütlich zwischen der tischkante und ihrem bauchspeck.

das ist schön! sie liest mir dann immer meine post vor.

zweitens: wenn es draußen dunkel wird. zum ausruhen setzt sich die hütefrau manchmal auf ihr sofa, legt die füße hoch und schaut diesen großen plauder- und musik-kasten mit bewegten bildern an.

das sofa ist übrigens aus feinstem büffelleder, riecht gut und eignet sich hervorragend zur krallenpflege und für kurze nickerchen.

wenn die hütefrau zu mir aufs sofa kommt, dann ist meine große stunde gekommen! ich lege mich nämlich sofort oben auf ihre beine. diese hütefraubeine sind gemütlich lang und breit und weich. auch ich werde immer länger, wenn ich mich auf den rücken wälze und alle viere von mir strecke.

oh wie ich sie dafür liebe!

sie darf mich jetzt auch duzen. ich bin für die hütefrau also nicht mehr ‚sehr geehrte frau katzebutz‘, sondern ‚oh du mein äuglein‘. ich muss sie auch nicht mehr siezen und darf ab sofort einfach ‚mo jour‘ zur hütefrau sagen.

kobold

denkt bloß nicht, dass ich eine normale findlingskatze sei. nein! ich bin eine koboldskatze - ein katzebutz.



meine hauptfamilie, die wo jetzt in china fernnordost sind, die sind schlau. die kennen sich aus. deswegen haben die das auf den ersten blick erkannt und mich auch gleich so genannt. von anfang an.

ein katzebutz ist ein hausgeist. wir nehmen gerne mal katzengestalt an, weil wir es dann so schön sofagemütlich kriegen. mit futter-allyoucaneat und rundumdieuhr-krauleservice. das mögen wir.

dass manche katzen eigentlich kuschelig-kratzfauchig verkleidete kobolde sind, das wussten schon die brüder Grimm. zumindest einer von ihnen: Jakob, der ältere. der hatte eine von uns entdeckt: in hessen war er der altehrwürdigen katzebutzerola begegnet.

das hat er 1835 in seinem buch „Deutsche Mythologie“ erwähnt. mehr als den namen unserer großen chefin hat der aber nicht herausgefunden, der dumme mann.

nicht nur in siebenbürgen und in sachsen wissen die menschen, dass ein ‚butz‘ ein hauskobold ist. ein ‚katzbutz‘ ist ein kobold in katzengestalt. ganz einfach.

fast vierzig jahre nach Grimm hat Wilhelm Mannhardt uns 1877 in seinem Buch „Antike Wald- und Feldkulte aus Nordeuropäischer Überlieferung“ kurz erwähnt. konkretes wusste aber auch der nicht zu berichten.

das hätte mich allerdings auch gewundert. wir katzebutz-hauskobolde sind nämlich ziemlich geheim.

bloß ich nicht. ich bin ein plauderkobold. aber das habt ihr sicher schon gemerkt.

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