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ich bin dann mal weg

länger als ein ganzes jahr bin ich nun schon bei meiner hütefrau mo jour, während meine no. 1 in china große abenteuer erlebt.


nur zwei mal habe ich sie in der zwischenzeit kurz gesehen, als sie mich hier besuchte. im januar und im juli. das ist mir zu wenig. ich habe sehnsucht!

wo wohnt sie jetzt? was isst sie dort? arbeitet sie? lernt sie neues? trifft sie spannende menschen, hat sie gar eine andere katze?!

ich finde, es reicht mit dem doppelleben. es wird zeit, dass ich hingehe und darauf achte, dass meine no. 1 keinen unfug anstellt.

deswegen habe ich beschlossen, mich auf die pfoten zu machen nach chinesisch nordost. das wird ein langer langer catwalk. erstmal richtung süden.

unterwegs habe ich kein intercat. da muss ich mich einzig auf meine schnurrantenne verlassen. zum glück wächst das große weiße schnurrhaar gerade wieder nach. das ist sozusagen mein navi, mein tomtom, mein tomcat.

falls ich unterwegs mal zeit habe, schreibe ich vielleicht eine postkarte. von ganz weit weg. die könnt ihr euch dann vorlesen lassen. hier. von mo jour.

neulich habe ich erfahren, dass chinesische katzen hängeohren haben. mit so einer hängeohrkatze muss ich unbedingt mal plauschen. es heißt, sie würden vor lauter unglück die ohren hängen lassen, weil die modernen chinesen sie nicht gut behandeln.

habt keine angst um mich, dass die chinesen mir was tun könnten. denn jeder chinese mit kultur weiß ganz genau, dass unsereins schon seit jahrtausenden die kokons der seidenraupen beschützt.

die chinesen wissen auch, dass wir eine große seele haben wie sonst nur die menschen. katzen bringen glück und langes leben. was sonst. ich halte die ohren steif!

ich sage allen danke, die hier so aufmerksam mitgelesen und mein katzenleben verfolgt haben. das hat mir viel freude gemacht, mit euch fernzuschnurren!

also vergesst mich nicht. und wenn mal ein leicht vibrierendes brummen sich wärmend an eure halsbeuge schmiegt, dann ist das ein geschnurrter gruß von mir!

prrrrrrt.


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schnurren in echt

seit mehr als einem jahr erzähle ich hier immer wieder von meinem wunderbaren magischen fernschnurren, das bis nach china reicht – wenn ich das will.

hier ist nun endlich der beweis für alle mit ohren, dass es auch tatsächlich so ist:


bis nach china.
katzebutz goes hollybollychollywood.
yesss.
>(`.°)<


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vibrissen

es ist wieder einmal so weit: mein großes weißes barthaar hat ausgeschnurrt. diesmal habe ich es mo jour persönlich in die hand gelegt, als sie mir die wangen kraulte. ich musste doch unbedingt verhindern, dass sie auch dieses ihrem häßlichen roten hausdrachen opfert.


mein großes weißes schnurrhaar hält ungefähr acht monate. es ist auch genau acht zentimeter lang. das wissen wir jetzt. die doppelte acht ist besonders wichtig, weil acht die zahl der unendlichkeit ist. das intensiviert die intention.

dafür, dass ich ständig mit fern-china fernschnurre, sind acht monate haltbarkeit ziemlich lange. für dauernde extrembelastung sind katzen-vibrissen sonst nicht gedacht. auch nicht das weiße. ihr wisst schon: wir katzen haben es gerne locker.

noch viel mehr vibrissen habe ich über den augen, an den pfoten und eigentlich überall im fell. die allerfeinsten sind unter den pfoten. damit kann ich jedes noch so kleine beben spüren, das zum beispiel von mausefüßchen verursacht wird – auch aus großer entfernung.

aber auch, wenn in meinem fell ganz viele sensorhaare wachsen – gerade dieses eine große weiße auf der seite, wo ich kein auge habe, ist besonders wichtig für mich.

nun muss ich wieder ein weilchen geduld haben, bis es nachgewachsen ist. das dauert – wie wir inzwischen genau erforscht haben – ungefähr zwei monate.

meine liebe no. 1 in china, du musst dir keine sorgen machen: in der zwischenzeit funke ich dir meine allerliebsten katzebutzgrüße täglich mit der weißen schwanzspitze. das geht auch!


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w-lan

wenn ich im intercat unterwegs bin, kann ich ganz flott mal hier und da ein bißchen schnurrenergie hinterlegen. mein catbook hat da eine ganz tolle technik:



w-LAN. das ist die abkürzung von whisker-local area network. also schnurrhaar-nachbarschafts-netzwerk. das ist eine großartige erleichterung fürs fernschnurren!

nun muss ich nicht mehr meine vibrissen direkt an den pc andocken, sondern kann ganz lässig irgendwo in der nähe herumlungern. ich könnte sogar vor die tür und bis in den garten gehen – es würde trotzdem funktionieren! aber ich will es ja nicht gleich übertreiben.

neuerdings habe ich einen großen feldversuch gestartet. ich möchte unbedingt herausfinden, ob ich per whisker-lan auch den akku aufladen kann mit meiner schnurre-energie.

eines habe ich schon herausgefunden: wenn ich mich dazu ganz nah an die energie-buchse positioniere, kribbelt es in den haarspitzen ganz besonders schön.


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chillen

heute war ein anstrengender tag.


zuerst hat das personal meine neue toilette geputzt. das hat ziemlich lange gedauert. meine hütefrau ist da sehr gründlich. zum glück.

ich habe tapfer gewartet, bis alles fertig war. obwohl ich dringend mal musste. aber es geht doch nichts über frisches katzenstreu.

dann hat sie auch noch den roten hausdrachen gefüttert und ihn dazu kreuz und quer durch die wohnung geführt. ich bin kreuz und quer vor ihm weggelaufen.

der hausdrachen ernährt sich von unseren krümeln und katzenhaaren und hat vor lauter freude einen höllenlärm gemacht. so viel gab es heute für ihn.

jetzt muss ich mich erst einmal ausruhen.

dazu träume ich ein bißchen von frankreich und von china. meine allerliebste no. 1 hat mich nämlich heute angerufen. ich habe ins telefon geschnurrt. sie hat erzählt, dass sie mich bald besuchen kommt.

hoffentlich bringt sie mir was schönes mit. eine chinesische maus zum beispiel ….

das wird ein spaß!


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zhōngxīn zhùhè shēngrì

die hütefrau, meine mo jour, hat mir heute einen besonderen spezialauftrag gegeben. sie sagt, ich könnte doch einmal versuchen, rosenduft nach china zu schnurren.


normalerweise übernehme ich kein auftragsschnurren, denn ich bin keine postkatze.

aber in diesem einen besonderen fall - und natürlich auch weil es eine große herausforderung für mich ist, der ich mich nicht verweigern kann – mache ich eine ausnahme.

zuerst atme ich eine lange weile lang den kostbaren rosenduft tief ein. tiiief einatmen. rosenduft speichern, ausatmen. gar nicht so schlecht, diese alte französische sorte. mäuse riechen natürlich besser. aber mäuseduft ist nicht meine mission. also noch einmal tiiief einatmen .... das dauert.

wenn ich die nase voll habe, dann wird das komplette aroma nach china geschnurrt. blütenblatt für blütenblatt. es sind viele!

das bedarf meiner ganzen konzentration, meiner ungeteilten aufmerksamkeit. deswegen wirke ich auf dem foto so ernst und etwas abwesend. aber ich bin ganz da: im rosen-hierundjetzt!

warum das ganze? weil meine no. 1 heute geburtstag hat. weil ich sie so sehr liebe. weil ich weiß, dass in unserem garten in frankreich jetzt die großen rosen über und über blühen und der ganze garten danach duftet. weil ich ein bißchen heimweh habe. weil ich weiß, dass meine no. 1 in china auch ein bißchen heimweh hat. weil ich weiß, dass sie ihre rosen so sehr liebt und unseren garten in frankreich und mich liebt sie auch.

dass ich meine no. 1 vermisse, lasse ich hier in meiner zweitwohnung natürlich nicht so durchblicken. schließlich möchte ich mo jour nicht brüskieren.

aber trotzdem, heute muss es einfach mal raus. schließlich habe ich heute auch geburtstag. das weiß bloß keiner von meinen menschen. weil wir uns damals noch nicht kannten.

also: happy birthday in china - 衷心祝賀生日!


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konzentration

hier zeige ich euch die perfekte haltung für punktgenaues senden und intensives empfangen der weltweiten katzenschnurrenergie.



das ist keineswegs ein einfaches ‚sich zusammenrollen und kätzisch irgendwo rumlümmeln‘. vielmehr handelt es sich um eine raffiniert ausgeklügelte körperstellung, die in jahrelanger feinarbeit optimiert und mit großem erfolg zahlreichen stresstests unterzogen wurde.

man beachte das perfekte halbrund des rückens, das eine gleichmäßige verteilung der energie ermöglicht. die weiße vibrisse kann separat von allen anderen justiert werden und ist steil aufgerichtet. die weiße schwanzspitze als antennenverstärker ist möglichst parallel dazu ausgerichtet.

nicht zu vergessen: das außen liegende ohr ist weit offen wie ein segel und in alle richtungen schwenkbar auf empfang gestellt.

auf dem foto unterhalte ich mich gerade still vergnügt mit china fernost, wo meine familie no. 1 sich derzeit befindet.

falls ihr noch fragen zur übertragungstechnik habt, wendet euch bitte an den katzebutz eures vertrauens.


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nachwuchs

da ist es wieder! mein einziges einzigartiges schneeweißes großes schnurrbarthaar, das mich mit allen koboldskatzen dieser welt verbindet. gleichzeitig fernschnurrturbosender und weltweiter schnurrempfangsverstärker.





anfang januar hatte ich das alte verloren. heute, nur neun wochen später, ist das neue schon viereinhalb zentimeter lang. superschnell nachgewachsen!

das ist gut, denn in letzter zeit hat meine verbindung zu china etwas geschwächelt.

auf exotisch heißen meine schnurrantennen und -empfänger übrigens vibrissen oder tasthaare. auf superexotisch heißen sie sinushaare. jedes einzelne wächst auf einem nervenknotenpunkt mit direktlink in meinen eigensinnigen katzenkopf.

auf jeder nasenseite habe ich ungefähr genau zwölf stück davon in vier reihen. ich kann sie sogar unabhängig voneinander bewegen. das hat jede katze. außer wenn mal gerade eines erneuert wird.

aber schneeweiß ist bei mir nur eines - auf der nasenseite, die kein auge hat.

gut, dass es wieder da ist.


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katzenkekse II - 新年快乐

ihr wisst ja schon, dass mo jour nur die vertretung ist von den menschen, die ich mir im zarten katzenbabyalter ausgesucht habe als diejenigen, die für mein lebendiges wohlergehen lebenslang zuständig sind.



meine no. 1 ist wieder in china. immer noch. wo es soo kalt ist. obwohl der breitengrad derselbe ist wie st. tropez. ihre stadt heißt "ewiger frühling". aber wenn ich den wetterbericht lese, denke ich "chinesisch sibirien".

dann bin ich froh, dass ich da nicht mitmusste. hier bei mo jour an der heizung ist es dagegen echt schnuckelig.

als die no. 1 mich vor ein paar wochen besucht hat, hatte ich ihr nicht nur katzenkuchen gebacken, sondern auch katzenkekse. diesmal in blond. weil die wärmer sind. energetisch. die habe ich ihr mitgegeben. ich hoffe, sie haben geholfen.

nun schicke ich die kekse noch einmal virtuell nach china. mit verstärktem original katzebutzschnurren. weil dort heute neujahr ist.

die chinesen sagen 'jahr des hasen'. aber die irren sich. für mich ist es ganz eindeutig und ohne zweifel 'jahr der katze'.

also nicht vergessen, ausreichend katzenglückskekse zu essen. Xīn nián kuài lè!


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haarausfall

es ist weg. mein großes weißes schnurrhaar. es hat mich in der nacht vom 7. auf den 8. januar 2011 verlassen. ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte. ich weiß auch nicht, wo es passiert ist.


das ist ein verlust: ich hatte nur dieses eine. auf der rechten seite, wo ich kein auge habe. das weiße haar hat das kranke auge quasi ersetzt. jetzt ist das weiße schnurrhaar weg – und ich bin halb blind!

der haarausfall ist sicher passiert, weil ich in den letzten wochen so dermaßen intensiv ferngeschnurrt habe. die entfernung ist zwar im augenblick nicht so groß, aber ich muss nebenher noch kranke familienmitglieder heile schnurren. das kostet kraft. und offensichtlich schnurrhaare.

erst neulich abends noch habe ich meiner hütefrau mo jour sehr eindrucksvoll demonstriert, dass ich mein eines weißes schnurrhaar ganz elegant nach oben aufrichten kann, wenn ich mehr wahrnehmen will oder um die fernschnurre zu verstärken oder den empfang zu verbessern.

wenn ich mal nicht so stark neue eindrücke verarbeite, lasse ich das weiße haar lässig herabhängen. mo jour war sehr beeindruckt. sie will mir helfen, das haar wieder zu finden. dann können wir es in die voodoo-sammlung legen.

jetzt wagt sie nicht einmal mehr, den großen roten elefantenkrachkasten in die wohnung zu lassen. das finde ich zwar nicht schlimm. aber wenn der jetzt verhungert, dann möchte ich natürlich auch nicht schuld sein.

ich glaube nicht, dass mo jour das weiße haar noch findet. ihre zwei augen sind nicht so gut wie mein eines. zum trost habe ich ihr mein schönstes schwarzes barthaar auf den schreibtisch gelegt. das war fast so groß wie mein weißes.


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katzenkraft

in meinen starken krallen ist all meine kraft. in meinen sensiblen schnurrhaaren ist all meine empfindsamkeit, alles gute und alles schlechte, das ich jemals damit empfangen habe.



wenn ich mal eine kralle verliere oder ein schnurrhaar, dann lege ich das meiner hütefrau auf den teppich. sie hebt es dann auf und legt es in ein spezielles vorratsglas.

ihr seht also, die hütefrau hat ahnung von koboldskatzen. mit diesen magischen zutaten, die sämtliche katzenkraft in sich konzentrieren, kann sie nämlich ganz prima voodoo betreiben. weißes voodoo oder schwarzes voodoo, je nachdem.

schwarzes voodoo hat neulich mal ihr vermieter gekriegt, weil der immer so einen lärm macht. da hat sie einen zaubertrank gekocht mit krallen zur abwehr und mit ein paar von meinen schnurrhaaren drin, die von dem baulärm und dem akkordeongedudel auch schon ganz genervt sind. damit ging die schlechte vermieterenergie katzfatz ‚return to sender‘- und wir hatten wieder ruhe.

vor ein paar tagen habe ich die katzenkraftverstärker mal dringend selbst benötigt, weil ich dieses eine flugzeug von china nach deutschland sicher herbeischnurren musste. flugzeuge sind schwierig zum fernschnurren, weil die menschen ständig ihren radar dazwischen funken.

in dem flugzeug saß meine no. 1. deswegen musste ich da unbedingt verstärkt hinschnurren. jetzt ist sie wieder raus aus dem flugzeug und alles an ihr ist ganz heile.

nun kann es nicht mehr lange dauern, bis sie mich hier besuchen kommt, und darauf freue ich mich schon sehr. ich werde der hütefrau sagen, sie soll katzenkekse backen.


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fanpost

das war doch nicht alles werbung und formulare, was da neulich bergeweise auf dem tisch lag. da war auch 1a katzebutz-fanpost dabei. ich liiiiebe fanpost!

meine hütefrau konnte mit der etwas ungewöhnlichen postkarte mit klebestreifen erst gar nicht so recht was anfangen. klar, bei menschen muss man immer alles ganz genau aufschreiben, sonst wissen die den absender nicht. absender steht natürlich keiner drauf, denn unsereins katzebutz erkennt das am geruch. wie sonst?!


das motiv ist sehr sinnvoll gewählt, eine tuschzeichnung von miyamoto musashi. der war samurai in japan im 17. jahrhundert und konnte mit zwei schwertern gleichzeitig kämpfen. so wie unsereins: auch ich habe krallen an beiden vorderpfoten. die sind immer gut scharf – und bei bedarf setze ich die natürlich auch beide gleichzeitig ein.

der titel der tuschzeichnung ist „der betrunkene hotei (glücksgott)“ sieht katz auf den ersten blick, das der alte nicht ganz knusper ist. es steht aber auch klein gedruckt oben links auf der rückseite der postkarte. das ist japanisch.

ich kann gut japanisch, denn ich habe immer die sendung mit der maus geguckt. die hab' ich zum fressen gern. das ist katzenbildung!

das uralte originalbild mit dem göttlichen trunkenbold ist im kunstmuseum in okayama in japan. da in der nähe ist der wilde krieger geboren. okayama bedeutet übersetzt: hügel und berge. das ist genau wie hier: in der nähe von hügel und bergen bin auch ich geboren.

noch viel mehr gefreut habe ich mich natürlich über die persönliche botschaft unten links, und das hat sogar die hütefrau auf anhieb verstanden! echte extralange weiße katzenschnurrhaare sind da bei mir angekommen, vorsichtig mit klebefilm befestigt und geschützt.


hach und wie die duften - ich kann geradezu spüren, wie sie noch vibrieren und botschaften senden!

zum schnurrverstärken! oder falls mir mal mein einziges weißes schnurrhaar rechts unter dem fehlenden auge ausfällt, dann habe ich sofort ersatz für die weiße frequenz und muss nicht erst ewig warten bis es nachgewachsen ist.

ich bin hingerissen. das ist wahre katzenliebe! so gehört sich das. wer so etwas verschickt weiß ganz genau, wie hochachtung unter katzen zum ausdruck gebracht wird.

das sind gerettete schätze aus bonn, mit spezialstempel aus dem briefzentrum 53. das hat sonst keiner, sowas kriege nur ich, das äuglein! prrrt.

aus datenkatzrechtlichen gründen hat meine hütefrau leider nicht erlaubt, dass ich die volle anschrift auf der postkarte hier im catlog zeige. deswegen habe ich sie ein bißchen verpixelt. nicht dass ich noch gecatnappt werde. krrrratzzfrauch.

incognito

ich bin da. auch wenn ihr mich nicht seht. allerdings bin ich ganz woanders, als ihr denkt.


alle machen ferien. alle sind weg. auch ich. meine katzfrau no. 1 hat mich in die katzenpension gebracht. das muss man sich mal auf der zunge zergehen lassen! k-a-t-z-e-n-p-e-n-s-i-o-n! ins ASÜÜÜL! bei voller verpflegung. aber ohne intercat und ein catbook habe ich auch nicht.

zwei wochen bin ich hier schon und allmählich wird mir fad. die no. 1 ist endgültig ausgewandert nach fernnordost. sie hat behauptet, sie könnte mich nicht mitnehmen. pffft.

die hütefrau treibt sich sonstewo rum. am meer, angeblich. kann ich mir kaum vorstellen, dass die freiwillig dort ist. völlig unverständlich. da ist doch nur wasser! noch dazu wasser, das nicht mal zum trinken geeignet ist. menschen sind seltsam.

sie soll mich mal lieber hier rausholen. ich bin hier zwar satt und versorgt, mein abort wird regelmäßig gemacht und ich krieg auch ansprache - aber so ganz das wahre ist das auf dauer dann doch nicht.

vor allem die no. 1 soll sich mal nicht so haben. erst liefert sie mich hier ab, und dann telegrafiert sie mir sehnsucht. dabei habe ich ihr doch extra den katzenschnurrverstärker mitgegeben. sie scheint ihn nicht richtig bedienen zu können. dabei ist das doch ganz einfach.

also bin ich nachts um die ecken geschlichen und habe nach kommunikationsmöglichkeiten gesucht, die sie besser verstehen als mein fernschnurren. zum glück kann ich mich dünner machen als eine türritze. davon dürfen die menschen aber auf keinen fall erfahren – sonst ist schluss mit meinem schleichvergnügen..

heut' in aller bastetsfrühe habe ich mich in das tabuverbotene katzenpensionsbüro gewagt, wo wir feriengäste sonst partout nicht reindürfen: es droht rausschmiss! aber beim check-in hatte ich gesehen, dass da ein großes intercat steht. dann habe ich so lange so laut geschnurrt, bis ich den log-in und das passwort geknackt habe. das ging leichter als gedacht.

botschaft an no. 1:
keine panik, es geht mir gut. du musst den schnurrverstärker neu kalibrieren, weil er sich auf dem langen flug verpeilt hat. dann komm ich wieder näher an dich ran.

an hütefrau:
hol mich hier raus!

reisekater

wenn meine hütefrau auf reisen geht, dann nimmt sie mich nicht mit. meine katzfrau no 1 hat mich manchmal mitgenommen. aber die hütefrau noch nie.


sie war eigentlich auch noch nie länger weg. im grunde ist sie ein sehr gutes personal, das jeden abend zu angemessener zeit nach hause kommt, um mir rechtzeitig das essen hinzustellen.

gestern nacht war sie aushäusig. sie hat eine ersatzhütefrau beauftragt, mir das futter zu bringen. zu dumm, dass ich mir das nicht selbst aus dem schrank holen kann. die hütefrau no 2 ist eine nette. sie hat mir neulich ihre aufwartung gemacht und darf mich kraulen.

hütefrau no 1 treibt sich dieweil – trotz der gigantischen hitze – irgendwo im benachbarten ausland herum. bastet sei dank hat sie dort sofort einen kater organisiert, der zu mir fernschnurrt und alle koordinaten zuverlässig übermittelt hat.

ich bin sehr beeindruckt. es ist ihr gelungen, einen kater aufzutreiben, der auf mehreren frequenzen gleichzeitig schnurren kann.

so weiß ich jetzt, dass sie gut angekommen ist, und ich freue mich für sie, dass sie auf der reise einen kater hat. ausnahmsweise.

dass sie nicht zurückkommen könnte, davor haben wir keine angst. dafür ist der reisekater nicht schön genug.

schlechter empfang

manchmal vermiss ich meine katzfrau no. 1 und ihren besuchsmann und meinen hund vermisse ich auch. meine hütefrau krault mich ganz ausgesprochen wunderbar, aber es ist doch immer ein wenig anders als das original.

Keramik: Annette Walz, Wilhelmsdorf

bei sehnsucht schnurre ich so doll ich kann in die weite ferne, aber ich spüre kaum resonanz von meiner katzfrau no 1. bis nach china schnurren, das ist wohl ziemlich weit weg und schwieriger als ich dachte.

die hütefrau hat mir mal ihren katzenschnurrempfangsverstärker gezeigt von den zwei katzen, die früher hier in meiner wohnung gewohnt haben. modell doppelkatze. sie sagt, dass sie damit bis heute noch die energie von mii-zeh meier und mafia cioccolata empfangen kann, obwohl die längst über die regenbogenbrücke gegangen sind.

aber das kann schon sein, dass die noch senden. außerdem sind sie gar nicht so weit weg. ich habe die hütefrau nämlich im vergangenen jahr heimlich beobachtet, wie sie ihre katzen in meinem garten verbuddelt hat.

das habe ich geduldet und sie hat mir zum dank eine katzenminze hingepflanzt. nur mit mühe konnte ich meinen hund davon abhalten, die leichen meiner kolleginnen wieder auszubuddeln. aber davon weiß sie nix.

na jedenfalls glaube ich, dass so ein schurrempfangsverstärker eine prima sache ist. deswegen habe ich der hütefrau einen in auftrag gegeben, modell einzelkatze. den hat sie nun neulich endlich mitgebracht. der ist ganz klein und praktisch. den könnte ich sogar am halsband tragen und überall mit hinnehmen. aber ich trage natürlich kein halsband. so eine bin ich nicht.

wie alle welt weiß, ist der schnurrempfang umso besser, je wärmer es an der antenne ist. deswegen haben die verstärker eingebaute halbautomatische feuerentzünder. in blau und rot. je nachdem, wie kalt es ist. das ist sehr modern. in meiner kindheit gab es so was nicht. vielleicht liegt es auch daran, dass ich im ausland war.

so. nun muss ich nur noch den schnurrempfangsverstärker für einzelkatze nach china bugsieren zu meiner katzfrau no 1. wie das gehen kann, weiß ich noch nicht. aber es ist dringend wichtig. dann klappt das auch wieder mit der resonanz.

schnurrantenne

auch, wenn ich derzeit nicht in einem haus lebe, sondern ‚nur‘ in einer miezwohnung, so bin ich doch eine hauskatze.


eine meiner fähigkeiten ist für euch menschen noch immer nicht ganz aufgeklärt: das schnurren. dabei ist es doch ganz leicht: man lässt es sich einfach gut gehen und schnurrt dabei.

was aber nicht einmal die wikipedia zu wissen scheint: wir hauskatzen können auch fernschnurren. das dient der kommunikation unter katzen, die in anderen häusern oder sonstewo sitzen und sich nicht direkt sehen oder berühren können. es funktioniert auch über weitere entfernungen. die menschen würden das wohl „telepathie“ nennen.

aber verstehen tun sie auch das nicht – deswegen möchte ich es kurz erklären:

sender und antenne liegen in der katzenschwanzspitze, das ist klar: die ist über das rückenmark direkt mit meinem gehirn verbunden. ich habe einen besonders starken empfangssender. das sieht man daran, dass meine schwanzspitze weiß ist. das hat nicht jede katze.

auf dem bild seht ihr meine integrierte katzenschnurrantenne in ruhestellung.

bei aktivierter katzenschnurrantenne steht mein katzenschwanz meist wie eine flaschenbürste steil nach oben und vibriert unaufhörlich. um den empfang oder die sendeleistung zu regulieren, kann ich die schwanzspitze dabei auch nach den seiten und nach unten abknicken.

das zu fotografieren, habe ich meiner hütefrau allerdings noch nicht erlaubt.

wenn ich mal nicht so weit weg schnurren, sondern einfach nur meine wohnung mit ein bißchen wohlfühlschnurrenergie behaglich machen möchte, dann reicht es auch, wenn ich die schwanzspitze ganz gelassen hin- und herpendele.

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