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cat dish III

mir ist das ja im grunde egal, worauf mir die mahlzeiten serviert werden. hauptsache, es gibt mein lieblingsfutter. oder gegrilltes hühnchen.


für ostern hat mo jour für mich ein altes, kostbares geschirr aus dem schrank geholt: feinstes porzellan. elfenbeinfarben mit dickem goldrand und monogramm. von der firma hühnerhügel.

in goldener schnörkelschrift sind die initialen PdR darauf gemalt. sie sagt, das steht für Palacio da Raíña. das ist galizisch und bedeutet „Palast der Königin“.

die teller und schüsseln waren früher in einem riesengroßen palast zu hause. mehr als tausend glitzernde lampen haben den speisesaal strahlend hell erleuchtet. berühmte menschen gehörten zu den gästen.

höchst ehrenwerte leute haben also schon von meinem tellerchen gegessen. wer von denen eine katze beherbergen durfte, ist mir nicht überliefert.

den palast gibt es nicht mehr. an seiner stelle soll ein schloss gebaut werden. ich grübele nun, was der unterschied sein könnte. und ob wir dann da einziehen.

mo jour irrt übrigens, wenn sie denkt, dass mir das fade magenunddarmschonfutter von diesen museumstellern besser schmeckt.


anm. d. co-autorin
das katzebutz hat ein bißchen mit den wörtern gespielt. es handelt sich um henneberg-porzellan aus dem berliner palast der republik.



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lecker warm

das ist mein desktop-bed. es hängt an der heizung direkt über dem schreibtisch im besonderen büro von mo jour.


während ich hier kuschelwarm chille und mir neue geschichten für euch überlege, sitzt sie auf ihrem großen chefinnenledersessel vor ihrem großen erlenholzschreibtisch und dirigiert mit ihrem laptop das weltweiteweiber-netz.

dieses bürobett ist eine super erfindung. ich habe es von der katze geerbt, die vor mir hier gelebt hat. sie hieß mafia cioccolata, weil sie so frech und so süß war, und ist mehr als 90 katzenjahre alt geworden. in den tierarztpraxen von berlin-kreuzberg bis badisch südwest ist sie eine legende.

ich bin sehr stolz, dass ich dieses kostbare bett meiner ahnin benutzen darf. all ihre geschnurrte weisheit steckt in diesem taubenblauen plüsch, der immer noch ein bißchen nach mafia cioccolata duftet und mein vornehm glänzendes fell so wunderbar zur geltung bringt.

da fühle ich mich gut aufgehoben und sehr inspiriert. das beste daran ist natürlich, dass ich von hier oben alles im blick und mo jour voll unter kontrolle habe.


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katzenkekse

eine katze, die etwas auf sich hält (und welche katze tut das nicht?!), achtet auch auf ihre ernährung. artgerecht und schmackhaft sollte sie sein. meine hütefrau hat da allerdings bisweilen etwas eigenwillige vorstellungen.



seit drei wochen schon plagt sie mich mit antidurchfallpulver, weißen zauberzuckerkügelchen und magendarm-schonendem spezialfutter. manchmal mischt sie sogar gekochten reis drunter. irgend etwas scheint sie völlig durcheinandergebracht zu haben. ich bin doch kein vegetarier!

neulich hat sie einen halben tag lang in der küche gewerkelt und rumort – statt mich zu kraulen, wie es eigentlich ihre pflicht gewesen wäre. wahrscheinlich weil da die große heiße kiste steht, denn es war ein kühler tag.

heraus kam sie mit einem teller voller brauner dinger in unterschiedlichen formen, den sie auf ihren großen esstisch stellte. was offen rumsteht, ist für mich bestimmt. da gibt es keinen zweifel, denn wir halten uns strikt an das japanische sprichwort „statt die katze zu verjagen, stell den teller weg.“

umkehrschluss: ein teller, den sie nicht wegstellt, ist für die katz‘.

trotzdem wartete ich lieber, bis sie wieder in der küche war, bevor ich mein neues futter begutachtete. es riecht seltsam. ich habe mal probeweise dran geschleckt: es schmeckt abscheulich. das soll sie mal lieber alleine essen.

später habe ich gehört, wie sie ihrem sprechapparat stolz mitteilte: „ich habe katzenkekse gebacken. mit 25 prozent schokolade und 20 prozent butter. außerdem krönchen für mich, rosen für die beste freundin und achtelnoten für den musiker.“

schade um die gute butter. die hätte sicher gut zu dem gegrillten hühnchen gepasst, das ich hier hoffentlich demnächst mal kriege.

viel zu tun

am sonntag kam sie dann endlich. die hütefrau. drei wochen hat sie mich im katzenasyl schmoren lassen. das hat echt lange gedauert und war kein sahneschlecken. ich war schon ganz krank vor lauter fernschnurren, so sehr habe ich mich überanstrengt.


ihr wisst ja sicher, dass am schnurren die ganze katze beteiligt ist: jede faser, jedes haar, jedes körperteil, jedes innere organ ist mit vibrieren beschäftigt. beim fernschnurren arbeitet alles doppelt oder vielfacher – je nach entfernung. das kostet extrem viel energie.

mit der großen stinkenden krachkiste hat sie mich abgeholt. also ich unter protest in die katzenkiste und dann ab in die große stinkende krachkiste mit noch mehr protest. die hütefrau hat sich auch in die krachkiste gesetzt. freiwillig! sie hat uns beide mit breiten schwarzen riemen an den sitzen festgebunden. unglaublich!

ich weiß auch nicht, warum die menschen ständig diese große stinkende krachkiste benutzen. mir wird da immer schlecht und schwindlig drin. ich glaube, sie sind zu faul, auf eigenen pfoten zu laufen. ich habe die ganze zeit laute protestlieder gesungen. es hat nichts genutzt. sie nennen es autofahren und finden das schick.

der katerkollege im asyl hat mir ein paar von seinen persischen flöhen abgegeben. außerdem hatte ich vor lauter extremfernschnurren das auge entzündet und große halsschmerzen. die autofahrt gab mir vollends den rest: ich war sehr indigniert. wenn ich indigniert bin, kriege ich sofort durchfall. das hat sie dann von ihrer schicken autofahrt.

als wir hier ankamen und ich endlich aus der krachkiste und aus meiner ollen transportbox wieder rausdurfte, habe ich sofort als erstes überall nach dem rechten gesehen und eine ausführliche schnupperrunde durch mein zweitrevier absolviert. oberste katzenpflicht! es ist immer wichtig, zu wissen, ob auch noch alles an seinem platz ist.

danach habe ich die post auf dem tisch sortiert. war fast nur werbung. und bergeweise formulare. öde. da ist ja mein eigener schatten unter dem tisch spannender!

um den postberg wird die hütefrau sich kümmern. das ist gut, dass ich hier jetzt wieder eigenes personal habe. in der katzenpension war das nicht so komfortabel.

delegieren heißt die kunst der stunde. wie sonst soll ich mehrmals täglich ausführliche nickerchen machen, um meine jeweiligen vorläufigen lieblingsplätze herauszufinden und auszutesten?

cat dish II

neulich wurde mein katzendinner auf einem neuen geschirr serviert. „aus glas. italienisches design!“ sagte die hütefrau und tat ganz stolz und wichtig.


italienisches design? prrrt. ich tat ganz leidenschaftslos und indigniert, denn ich schmeckte keinen unterschied zu sonst. dabei hatte ich großen hunger, und das essen hier ist wirklich gut.

sie schien etwas verschnupft. „da steckt die energie von deiner katzfrau no 1 drin“, versuchte sie, mich aus der reserve zu locken: „das hat sie extra aus italien mitgebracht.“

wie jetzt, wieso italien? ich dachte, katzfrau no 1 ist in china. dann ist es ja kein wunder, wenn ich dauernd nach china-fernost teleschnurre und von dort überhaupt keine resonanz kriege!

naja. die hütefrau hat mir dann den rest erzählt, dass der teller zwar in echt aus italien und von meiner no1 kam, sie das ding aber schon viel länger hat. da haben nämlich die anderen katzen schon von gegessen. aber die mochten nur katzenkekse, und da ging das.

wir hingegen, wir bevorzugen nur feinste pasteten mit viel sauce und aroma. „wie kannst du das nur fressen – das stinkt doch!“ sagt sie immer. ich finde nicht, dass es stinkt. wie kommt sie drauf?

diese menschen haben alle ein völlig fehlgeleitetes riechorgan. sie hängt ihre nase immer in diese rosa blümchen mit den pieksern. lächerlich!

der italienische teller, um nun zum ende zu kommen, ist für meine feinen pasteten jedenfalls nicht geeignet. wenn ich denn davon speise, rutscht alles auf der anderen seite wieder runter, weil er viel zu flach ist.

ganz schlechtes design! da mag ich die japanischen teller lieber.

ausgepackt

die hütefrau hat es ausgepackt! das große paket von neulich. ich habe natürlich geholfen und erst mal alles ganz ausgiebig beschnuppert. lauter plüsch und korb und schnurzeug und eisen war drin. dann haben wir es zusammengebaut. und ich durfte sagen, wo es stehen soll: mein katzentisch mit wellness-faktor!


das oberkatzgute: ich kann meine krallen dran wetzen. wenn die krallen gut gespitzt sind, kann ich schärfer denken! sogar an ein kuschelkörbchen für das nickerchen meine denkpausen ist gedacht. da fühle ich mich sehr gekümmert.

mein kratztisch musste natürlich sofort ins büro für besondere maßnahmen! direkt neben den großen schreibtisch von meiner hütefrau. so habe ich sie immer unter kontrolle.

das ist angemessen: nun bin ich ausgestattet mit catbook und arbeitsmaus. die arbeitsmaus ist angeleint, damit sie nicht abhaut. denn zum mäuse fangen habe ich nun wirklich fast gar keine zeit mehr. ich habe jetzt intercat mit wlan. das ist ungefähr wie fernschnurren, aber schneller. wegen china.

auf dem bild habe ich mich lieber vornehm im hintergrund gehalten. ehrlich gesagt, ich habe befürchtet, dass ich noch etwas ungelenk aussehen könnte an der katzatur. deswegen hat erstmal effi das catbook nach meiner anweisung bedient.

effi ist meine teilzeit-sekretärin. den anderen teil der zeit wärmt sie mit ihrem wärmeflaschenbauch meiner hütefrau die füße. aber jetzt im sommer ist ihr öfter mal langweilig, da hilft sie mir gern. effi ist ein ziemlich altes mädchen. sie hat rote lippen und noch weniger zähne als ich.

das personal in meiner neuen wohnung ist wirklich sehr beflissen.

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