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katergang

erste post vom katzebutz

wie ihr ja alle wisst, hat das katzebutz mich im oktober verlassen und sich auf den weg nach china gemacht.

meistens kommuniziert sie mit mir von unterwegs via fernschnurrantenne. das haben wir vor ihrer abreise noch einmal gründlich geübt.

letzte woche aber hat sie mir eine postkarte geschickt.


auf der rückseite steht:
meine liebe mo jour!
hier gibt es eine extra schmale gasse nur für kater, damit die lernen, elegant eine pfote vor die andere zu setzen und schön ordentlich geradeaus zu gehen. stell dir das mal vor! das ist doch nicht zu fassen! ausgerechnet den catwalk, der allen katzenmädchen von lebensbeginn an als unverzichtbare, selbstverständliche fähigkeit ins kuschelkörbchen gelegt wird, müssen unsere brüder erst mühsam lernen: den tomcatwalk! wusstest du das? du kannst dir nicht vorstellen, was das für ein katerliches gedränge war im katergang! alle wollen es lernen! von dem geruch schreibe ich dir erst gar nicht.
herzliche grüße von unterwegs an alle!
>(`.°)<
deine katzebutz

ps. jedenfalls wissen wir jetzt, wo die kater sich rumtreiben, wenn sie mal die ganze nacht weg sind oder sogar noch länger: sie üben!

meine liebe katzebutz! das wusste ich nicht, dass kater den eleganten katergang erst lernen müssen und dass es da spezielle enge schulungsgassen für gibt. vielen dank für diese wunderbare information!


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mahlzeit

heute bin ich sehr in eile. deswegen kann ich mich zum mittagessen noch nicht einmal richtig hinsetzen.


es ist viel zu tun: ich muss die wohnung bewachen. rundum. immer auf und ab. alle ritzen checken. da soll nix reinkommen, was wir hier nicht haben wollen.

meine mo jour wird belästigt. von ihrem sprechapparat. da kam fiese energie in die wohnung. mitten in der nacht! der hat uns geweckt! jetzt sind wir etwas nervös. das wollen wir nicht.

sie ist zur polizei gegangen. jetzt können wir die fiese energie wieder löschen. denn fiese energie wollen wir hier nicht haben.

deswegen pass ich lieber auf, dass jetzt nix neues fieses hereinkommt. zum glück gibt es für derlei katzebutz-spezialaufträge magisches kraftfutter mit hoher energiekonzentration.

das schmeckt ziemlich gut, übrigens. noch mal glück gehabt!


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w-lan

wenn ich im intercat unterwegs bin, kann ich ganz flott mal hier und da ein bißchen schnurrenergie hinterlegen. mein catbook hat da eine ganz tolle technik:



w-LAN. das ist die abkürzung von whisker-local area network. also schnurrhaar-nachbarschafts-netzwerk. das ist eine großartige erleichterung fürs fernschnurren!

nun muss ich nicht mehr meine vibrissen direkt an den pc andocken, sondern kann ganz lässig irgendwo in der nähe herumlungern. ich könnte sogar vor die tür und bis in den garten gehen – es würde trotzdem funktionieren! aber ich will es ja nicht gleich übertreiben.

neuerdings habe ich einen großen feldversuch gestartet. ich möchte unbedingt herausfinden, ob ich per whisker-lan auch den akku aufladen kann mit meiner schnurre-energie.

eines habe ich schon herausgefunden: wenn ich mich dazu ganz nah an die energie-buchse positioniere, kribbelt es in den haarspitzen ganz besonders schön.


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billard

seitdem ich keinen garten mehr habe, keine bäume zum draufklettern und keinen hund zum spielen, muss ich mich anderweitig fit halten. ich habe nur die olle renovierleiter auf dem balkon.



also habe ich mich für indoor billard entschieden. die regeln sind kompliziert, da hat auch mein schwarzer kopf zu tun.

für das teppich-billard habe ich viele schwarze kugeln. die müssen nach ausgeklügelten strategischen gesichtspunkten und einem sehr komplizierten zeitplan in der gesamten wohnung verteilt werden. ungefähr so wie meine haarkunst – aber natürlich ganz anders. das ist eine gute übung für meine pfotengeschicklichkeit.

ich habe auch drei bunte murmeln – eine größere und zwei kleinere. auf die muss ich besonders achtgeben, die fallen auf dem teppich nicht so auf. die gehören immer an stellen hingekullert, wo meine hütefrau garantiert drauftritt. das muss ich hellsehen! jeden tag an einen anderen platz. überraschung! mo jour läuft immer auf socken über den teppich. jedes mal, wenn sie eine kugel trifft, quietscht sie ganz zauberhaft.

die schwierigste aller meiner billard-herausforderungen ist die weiße irgendwie halbkugel. die hat es mir besonders angetan, weil sie so unkontrollierbar trudelt.

aber genau das ist das spannende daran. was wäre ein katzenleben ohne kleine überraschungen!


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gegen die wand

das ist mein katzenklo, an dem ich gerade ausgiebig schnuppere. zumindest der obere teil davon. eine schicke haube, unter der ich ungestört meinen geschäften nachgehen kann.


ihr müsst wissen, dass ich eine waisenkatze bin und nicht bei meiner katzenmutter aufwuchs, sondern bei einem großen hund. der brave bruno, ungefähr eine dogge, hat sich bestens um die grundzüge meiner erziehung gekümmert.

er hat mir alles wichtige beigebracht. unter anderem hätte er sich niemals zum pinkeln hingesetzt. noch heute habe ich ein besonderes vergnügen daran, im stehen zu pieseln.

in meinem alten katzenklo ging das nicht, das war nur eine schale. aber seitdem ich unter der haube bin, strullere ich voll karacho gegen die wand. das prasselt so schön!

meine hütefrau ist indigniert. mo jour sagt, sie hat keine lust, ständig ums katzenklo herum die pfützen wegzuputzen. mindestens zweimal am tag.

es ist nämlich so, dass ich nicht nur gegen die wand, sondern auch mit großer zielsicherheit genau in die ritze zwischen toilettenschale und haube pullere. dann läuft es außen runter. das hält innen das katzenstreu schön sauber.

nun ist die haube ab und weg. ich muss wieder im sitzen pinkeln. sonst gibt es nachhaltigen ärger. da ich eine smarte koboldskatze bin, möchte ich das lieber nicht riskieren.

sehr katzenschade.

das wäre tatsächlich ein grund, meinen katzentreppen-boykott aufzugeben und mal in den garten zu gehen.


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hang loose

ich, katzebutz, liebe alte möbelstücke. am liebsten aus holz. die duften so wunderbar nach früheren zeiten. außerdem ist altes holz meistens weicher als neues und deswegen besser geeignet für meine krallenpflege.



auch die hütefrau scheint alte holzmöbel zu lieben. hier stehen einige ganz dicht beieinander. ob sie die auch für ihre krallenpflege benutzt, habe ich noch nicht herausfinden können.

am liebsten liebt mo jour ihren uralten geschnitzten dunkelbraunen lehnstuhl mit dem polstersitz. da sitzt sie immer selbst und lässt keine andere drauf. selbst mich nur in ausnahmefällen.

aber ich amüsiere mich auch unten drunter ganz gut. habe nämlich entdeckt, dass die polsterung lose ist und herunterhängt. das habe ich mit den krallen herausgehakelt und jetzt kann ich da prima dran schaukeln.

das ist echter katzengenuss und koboldssport. ich bin sehr zufrieden hier.

eigensinn

sicher könnt ihr euch an die katzentreppe erinnern, die meine süße hütefrau anfang oktober für mich installiert hat?



am nordbalkon hat sie extra ein stück von der balustrade entfernt und mir eine planke gelegt mit kleinen stufen. da könnte ich hinüber schnüren bis auf den gartenschuppen. vom gartenschuppen aus könnte ich unter die hecke tigern und von dort in die reben panthern.

aber och nöö! ich bin eine schwarze katze mit weißer schwanzspitze. ich mag nicht über die hintertreppe schleichen. ich bestehe darauf, durch den haupteingang aus- und einzustolzieren. seit zwei monaten schon warte ich auf die erlaubnis.

erst recht, seitdem es mir einmal gelungen ist, durch die haupttüre zu entwischen. hach! was war das spannend!

sofort bin ich die treppe vorm haus runtermarschiert, über den garagenvorplatz auf die andere straßenseite und habe zunächst die schwarze kutsche von der hütefrau von allen seiten beschnuppert. damit sind wir schließlich ständig unterwegs gewesen. da will ich doch wissen, wie das riecht!

leider bin ich nicht weiter gekommen. die hütefrau hat mich wieder eingesammelt und zurückgetragen ins haus und zack! war ich schon wieder drinnen und die haustüre war zu.

einmal ist keinmal, meine liebe! wenn sie jetzt denkt, dieser einmalige kurzausflug reicht mir, um endlich auch die hintertreppe zu benutzen, dann irrt sie sehr. irren ist menschlich. das passiert ihnen oft.

nach wie vor tue ich so, als ob die hintertreppe nicht existiert. nur in unbeobachteten augenblicken setze ich mich daneben, schaue nach nordost und schnurre sehnsüchtig in die schöne weite welt da draußen.

schlechter empfang

manchmal vermiss ich meine katzfrau no. 1 und ihren besuchsmann und meinen hund vermisse ich auch. meine hütefrau krault mich ganz ausgesprochen wunderbar, aber es ist doch immer ein wenig anders als das original.

Keramik: Annette Walz, Wilhelmsdorf

bei sehnsucht schnurre ich so doll ich kann in die weite ferne, aber ich spüre kaum resonanz von meiner katzfrau no 1. bis nach china schnurren, das ist wohl ziemlich weit weg und schwieriger als ich dachte.

die hütefrau hat mir mal ihren katzenschnurrempfangsverstärker gezeigt von den zwei katzen, die früher hier in meiner wohnung gewohnt haben. modell doppelkatze. sie sagt, dass sie damit bis heute noch die energie von mii-zeh meier und mafia cioccolata empfangen kann, obwohl die längst über die regenbogenbrücke gegangen sind.

aber das kann schon sein, dass die noch senden. außerdem sind sie gar nicht so weit weg. ich habe die hütefrau nämlich im vergangenen jahr heimlich beobachtet, wie sie ihre katzen in meinem garten verbuddelt hat.

das habe ich geduldet und sie hat mir zum dank eine katzenminze hingepflanzt. nur mit mühe konnte ich meinen hund davon abhalten, die leichen meiner kolleginnen wieder auszubuddeln. aber davon weiß sie nix.

na jedenfalls glaube ich, dass so ein schurrempfangsverstärker eine prima sache ist. deswegen habe ich der hütefrau einen in auftrag gegeben, modell einzelkatze. den hat sie nun neulich endlich mitgebracht. der ist ganz klein und praktisch. den könnte ich sogar am halsband tragen und überall mit hinnehmen. aber ich trage natürlich kein halsband. so eine bin ich nicht.

wie alle welt weiß, ist der schnurrempfang umso besser, je wärmer es an der antenne ist. deswegen haben die verstärker eingebaute halbautomatische feuerentzünder. in blau und rot. je nachdem, wie kalt es ist. das ist sehr modern. in meiner kindheit gab es so was nicht. vielleicht liegt es auch daran, dass ich im ausland war.

so. nun muss ich nur noch den schnurrempfangsverstärker für einzelkatze nach china bugsieren zu meiner katzfrau no 1. wie das gehen kann, weiß ich noch nicht. aber es ist dringend wichtig. dann klappt das auch wieder mit der resonanz.

katz und maus

diese neue hütefrau hat eigenwillige ideen. sie weiß ja, dass ich vorher einen garten hatte, so groß wie halb frankreich. meine katzfrau no 1 hat ihr stolz erzählt, dass ich trotz meines einauges mäuse fangen kann.



weil die hütefrau keine echten mäuse in der wohnung hat (die arme, wovon ernährt sie sich eigentlich?), hat sie mir nun eine trainingsmaus besorgt. eine imitierte. aus fell, mit holz innendrin.

davon kann ich mich natürlich auch nicht ernähren, und ich habe mich deswegen erst ein bißchen geziert, mich mit der falschmaus abzugeben. nicht dass sie denkt, ich falle drauf rein. ich bin ja nicht dumm.

aber diese trainingsmaus riecht irgendwie gut, sie hat auch gute krallenhaftung und fliegt tolle loopings – fast so gut wie eine echte maus auf der flucht. also spiele ich mit ihr katz und maus, damit ich nicht aus der übung komme.

vom balkon herab habe ich es nämlich schon rascheln gehört! ich muss gut vorbereitet sein für den ernstfall, falls es mir gelingt, mal in den garten zu entwitschen.

dann gnade dir bastet oh du echte maus da unten – mein blick und meine krallen sind tödlich!

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