
ich konnte es nicht verhindern. zu viert haben sie mich überwältigt neulich in der tierklinik: zwei ärztinnen, davon eine mit unkaputtbarer röntgenschürze. und zwei haarabschneidehelferinnen, bewaffnet mit riesengroßen lederhandschuhen.
mit zähnen und klauen, mit fauchen und schreien habe ich mich gewehrt – aber da war kein durchkommen. sie haben mich solange in den zwing- und zwang- und würgegriff genommen, bis ärztin numero zwo mir zwei quadratzentimeter haut auf dem rechten vorderfuß kahl rasiert hatte.
mehr hat sie dank meiner resoluten gegenwehr zum glück nicht geschafft. sonst wäre ich jetzt womöglich eine frierende nacktkatze.
es kam noch schlimmer: die frau doktor hat mir nicht nur die pfote rasiert, sondern auch noch ein metallrohr unter die haut geschoben bis blut kam! viel blut. becherweise! ich war so wütend!
meine mo jour konnte das gar nicht verhindern. völlig hilflos stand sie hinter diesen rabiaten blutsauenden klinikweibern. wahrscheinlich hatte sie angst, dass sie selbst auch zwangsrasiert und ausgeblutet wird. aber das konnte ich zum glück verhindern.
sie war unversehrt und konnte mich sicher wieder nach hause chauffieren. im hinausgehen erntete ich in meiner reisekiste sehr mitleidige blicke. mo jour hat sich wohl geschämt, weil sie nicht besser auf mich aufgepasst hat und sagte zu den anderen tieren im wartezimmern:
„keine angst. das katzebutz lebt noch.“ - als ob das nicht alle gehört hätten durch die geschlossene tür!
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