im grund verstehen wir uns prächtig. das liegt vor allem daran, dass ich eine so zugewandte und sehr geduldige katze bin und nicht immer auf meinen katzenrechten bestehe.

zum beispiel habe ich mich fast damit abgefunden, dass ich hier nicht durch die vordertüre raus und rein darf. also bleibe ich eben drinnen und versuche kaum noch, vorne rauszuwitschen.
natürlich könnte ich über die katzentreppe hinten raus gehen. tu ich aber nicht. schon gar nicht, solange da auf dem eigentlich schwarzen schuppendach noch weißer schnee liegt. da ist ja meine tarnung völlig dahin.
ich sitze aber täglich vor der öffnung in der balkonumrandung und sinniere hinüber.
mo jour hat erzählt, dass ihre alte katze neun monate gebraucht hat, bevor sie sich hinübertraute. nicht, dass ihr denkt, ich hätte angst, da rüber zu balancieren. schließlich bin ich in frankreich die bäume hoch und runter und zweieinhalb meter aus dem stand über abgründe gehechtet.
mein eines auge guckt für zwei!
nönö. angst habe ich keine. ich doch nicht. allerhöchstens ein ganz klein klitzbißchen respekt vor dem großen starken schwarzen kater, der da draußen immer so forsch auf und ab marschiert und uns hier im sommer ja auch schon mal des nachts besucht hat.
könnte schon sein, dass ich mal irgendwann über die planke gehe. bald. oder später. vielleicht.
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