fanpost II

da guckt hin! ich habe mal wieder post gekriegt. zwar stand auf dem umschlag drauf, dass es für frau mo jour sei. aber den braten habe ich gleich gerochen: das ganze paket war nur für mich bestimmt!



eine ganze knistertüte voll mit 1a echten katzenkeksen für echte katzen. nicht diese komischen blonden katzenbutterkekse, die wir nur zum spaß backen. die schmecken mir jedenfalls nicht. deswegen verschenken wir sie auch regelmäßig.

nun kann ich wieder mit mo jour trainieren: es ist gar nicht so einfach, diese dicke frau in bewegung zu bringen. ich ermuntere sie, mir das futter möglichst weit weg zu werfen. das tut ihrer steifen schulter gut. aber ich apportiere nicht, sondern fresse meine beute gleich an ort und stelle.

dazu gab es im paket eine nette kleine wärmekatze. natürlich in schwarz: das sieht mir ähnlich! die ist genau richtig für mein bäuchlein, wenn ich mal wieder blasenentzündung habe. oder erhöhte katzentemperatur.

hach, meine fans denken auch an alles! so muss es sein, das ist angemessen. ich bin sehr zufrieden und bedanke mich mit einem herzhaften gähnen.


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billard

seitdem ich keinen garten mehr habe, keine bäume zum draufklettern und keinen hund zum spielen, muss ich mich anderweitig fit halten. ich habe nur die olle renovierleiter auf dem balkon.



also habe ich mich für indoor billard entschieden. die regeln sind kompliziert, da hat auch mein schwarzer kopf zu tun.

für das teppich-billard habe ich viele schwarze kugeln. die müssen nach ausgeklügelten strategischen gesichtspunkten und einem sehr komplizierten zeitplan in der gesamten wohnung verteilt werden. ungefähr so wie meine haarkunst – aber natürlich ganz anders. das ist eine gute übung für meine pfotengeschicklichkeit.

ich habe auch drei bunte murmeln – eine größere und zwei kleinere. auf die muss ich besonders achtgeben, die fallen auf dem teppich nicht so auf. die gehören immer an stellen hingekullert, wo meine hütefrau garantiert drauftritt. das muss ich hellsehen! jeden tag an einen anderen platz. überraschung! mo jour läuft immer auf socken über den teppich. jedes mal, wenn sie eine kugel trifft, quietscht sie ganz zauberhaft.

die schwierigste aller meiner billard-herausforderungen ist die weiße irgendwie halbkugel. die hat es mir besonders angetan, weil sie so unkontrollierbar trudelt.

aber genau das ist das spannende daran. was wäre ein katzenleben ohne kleine überraschungen!


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katzenkekse II - 新年快乐

ihr wisst ja schon, dass mo jour nur die vertretung ist von den menschen, die ich mir im zarten katzenbabyalter ausgesucht habe als diejenigen, die für mein lebendiges wohlergehen lebenslang zuständig sind.



meine no. 1 ist wieder in china. immer noch. wo es soo kalt ist. obwohl der breitengrad derselbe ist wie st. tropez. ihre stadt heißt "ewiger frühling". aber wenn ich den wetterbericht lese, denke ich "chinesisch sibirien".

dann bin ich froh, dass ich da nicht mitmusste. hier bei mo jour an der heizung ist es dagegen echt schnuckelig.

als die no. 1 mich vor ein paar wochen besucht hat, hatte ich ihr nicht nur katzenkuchen gebacken, sondern auch katzenkekse. diesmal in blond. weil die wärmer sind. energetisch. die habe ich ihr mitgegeben. ich hoffe, sie haben geholfen.

nun schicke ich die kekse noch einmal virtuell nach china. mit verstärktem original katzebutzschnurren. weil dort heute neujahr ist.

die chinesen sagen 'jahr des hasen'. aber die irren sich. für mich ist es ganz eindeutig und ohne zweifel 'jahr der katze'.

also nicht vergessen, ausreichend katzenglückskekse zu essen. Xīn nián kuài lè!


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vielleicht

seit viereinhalb monaten bin ich nun bei mo jour zu gast.

im grund verstehen wir uns prächtig. das liegt vor allem daran, dass ich eine so zugewandte und sehr geduldige katze bin und nicht immer auf meinen katzenrechten bestehe.



zum beispiel habe ich mich fast damit abgefunden, dass ich hier nicht durch die vordertüre raus und rein darf. also bleibe ich eben drinnen und versuche kaum noch, vorne rauszuwitschen.

natürlich könnte ich über die katzentreppe hinten raus gehen. tu ich aber nicht. schon gar nicht, solange da auf dem eigentlich schwarzen schuppendach noch weißer schnee liegt. da ist ja meine tarnung völlig dahin.

ich sitze aber täglich vor der öffnung in der balkonumrandung und sinniere hinüber.

mo jour hat erzählt, dass ihre alte katze neun monate gebraucht hat, bevor sie sich hinübertraute. nicht, dass ihr denkt, ich hätte angst, da rüber zu balancieren. schließlich bin ich in frankreich die bäume hoch und runter und zweieinhalb meter aus dem stand über abgründe gehechtet.

mein eines auge guckt für zwei!

nönö. angst habe ich keine. ich doch nicht. allerhöchstens ein ganz klein klitzbißchen respekt vor dem großen starken schwarzen kater, der da draußen immer so forsch auf und ab marschiert und uns hier im sommer ja auch schon mal des nachts besucht hat.

könnte schon sein, dass ich mal irgendwann über die planke gehe. bald. oder später. vielleicht.


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gegen die wand

das ist mein katzenklo, an dem ich gerade ausgiebig schnuppere. zumindest der obere teil davon. eine schicke haube, unter der ich ungestört meinen geschäften nachgehen kann.


ihr müsst wissen, dass ich eine waisenkatze bin und nicht bei meiner katzenmutter aufwuchs, sondern bei einem großen hund. der brave bruno, ungefähr eine dogge, hat sich bestens um die grundzüge meiner erziehung gekümmert.

er hat mir alles wichtige beigebracht. unter anderem hätte er sich niemals zum pinkeln hingesetzt. noch heute habe ich ein besonderes vergnügen daran, im stehen zu pieseln.

in meinem alten katzenklo ging das nicht, das war nur eine schale. aber seitdem ich unter der haube bin, strullere ich voll karacho gegen die wand. das prasselt so schön!

meine hütefrau ist indigniert. mo jour sagt, sie hat keine lust, ständig ums katzenklo herum die pfützen wegzuputzen. mindestens zweimal am tag.

es ist nämlich so, dass ich nicht nur gegen die wand, sondern auch mit großer zielsicherheit genau in die ritze zwischen toilettenschale und haube pullere. dann läuft es außen runter. das hält innen das katzenstreu schön sauber.

nun ist die haube ab und weg. ich muss wieder im sitzen pinkeln. sonst gibt es nachhaltigen ärger. da ich eine smarte koboldskatze bin, möchte ich das lieber nicht riskieren.

sehr katzenschade.

das wäre tatsächlich ein grund, meinen katzentreppen-boykott aufzugeben und mal in den garten zu gehen.


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